26.06.2009 15:08:50
You Better Run, You Better Do What You Can
Nun ist er also verstorben, Michael Jackson. Auch wenn er seine besten Zeiten schon länger hinter sich hatte und die Hoffnung auf neue gute Zeiten - naja - etwas vage war, es bleibt ein Verlust für die Musikwelt. Und zwar unabhängig davon, ob einem die Musik gefällt oder nicht - es ging genauso um die Form. Ist es erlaubt, für die Performance "vom Menschen zur Figur" zu werden? Ist es legitim, ein Kind zur Musik zu zwingen, wenn es dadurch später zum Weltstar wird? Kann/Darf man einen Musiker gutfinden auch wenn man sein Privatleben eher grenzwertig findet? Schon nur durch die Auseinandersetzungen mit seiner Person ist Jacko zum Meilenstein der Musikgeschichte geworden. Wie sich die Zeiten ändern: Als Kind war es mir untersagt, diese verpönte Musik zu hören - heute ist Popmusik längst salonfähig und wird auch als Kunstform akzeptiert. Hoffentlich gelingt es mir, diesen Blog nicht als der wahrscheinlich millionste zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Nachruf zu schreiben... mir geht es- wie der regelmässige Leser vielleicht schon bemerkt hat - mehr um die Balance: Bis zu welchem Punkt kann Musik Spass sein, auch wenn viel Arbeit und Aufwand damit verbunden ist? Wer braucht und möchte ein wenig Druck von aussen, um später als befriedigter Könner dazustehen, und bei wem ist es besser, den Dingen unkontrolliert ihren Lauf zu lassen? Muss ein Musiker als Künstler zwingend eine andere Motivation für seinen Beruf haben als ein Banker oder ein Tramchauffeur? Viele offene Fragen, vielleicht Stoff für die eine oder andere Diskussion? Falls ihr Bemerkungen, Anregungen oder einfach nur einen Kommentar habt, ich höre: peter.widmer@jecklin.ch
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